Nachlese zur Aprilwanderung 2003

Wie jedes Jahr führten wir auch in diesem wieder unsere schon traditionelle SBC -Clubwanderung durch. Da kann uns auch kein schlechtes Wetter oder nur eine geringe Anzahl von Mitwanderern abhalten.

Unsere Wandertouren werden immer so geplant und durchgeführt, dass man kein großer Wanderer mit guter Kondition sein muss um bei uns mitzumachen. Die Touren sind so ausgelegt das es auch für Ungeübte zum Schluss noch Spaß macht. Den Termin legen wir aus der Erfahrung der Anfangsjahre nicht auf den 1. Mai, weil es dann problematisch wird mit vielen Leuten in einer Gaststätte oder Hütte einzukehren. 

In diesem Jahr war uns der Wettergott nicht so hold. Am 27. April trafen wir uns bei bedecktem Himmel und nicht so ganz angenehmen Temperaturen am Parkplatz Grabenhöfchen zu unserer diesjährige Clubwanderung. Ziel war die Milseburg in der Rhön. 

Die Milseburg ist einer der markantesten Berge der Rhön und trägt seinen Beinamen "Perle der Rhön" nicht umsonst. Seine Form ähnelt einem Trapez. Der vulkanisch entstandene Berg war vor allem bei den Kelten ein Heiligtum. Sie siedelten hier und legten eine Fliehburg an, deren Reste heute noch zu sehen sind. Der schönste Berg Deutschlands, so bezeichnet Wilhelm von Humboldt die Milseburg, jene 835 Meter hohe Erhebung zerklüfteten Gesteins, umsäumt von urtümlichem Bergmischwald und eingebettet in die einzigartige Topografie der Rhön. Der Gipfel ist unser Wanderziel. Gegen 10.30 Uhr schulterten wir unsere Rucksäcke, und los ging es.

tl_files/medien/aktiv_im_club/Aprilwanderung 2003/Aprilwandern1.jpg

Vom Parkplatz Grabenhöfchen führt uns ein ebener Weg zunächst durch Feld und Wiesen. Nach kurzer Zeit taucht der Weg in die für die Rhön typischen kleinen Bergmischwälder ein. Vereinzelt treten Quellen aus dem Boden.

Wenig später sieht man, linker Hand, durch die hohen Fichten hindurch die Milseburg. Der Berg erscheint uns ziemlich nah, entzieht sich aber dann wieder für einige Zeit unserem Blick. Der Weg steigt nun etwas an, bis wir im offenen Feld den Blick direkt auf die Südostflanke haben.

tl_files/medien/aktiv_im_club/Aprilwanderung 2003/Aprilwandern4.jpg

Vor uns liegt der kurze, aber steile Ostanstieg. Eine "Naturtreppe" führt uns über Serpentinen auf den Hauptweg, der von Kleinsassen kommt. Von hier aus führt ein Weg vorbei an der ganzjährig bewirtschafteten Schutzhütte, die der Rhön-Club vor über 100 Jahren errichten ließ.

Als einzige Hütte der Rhön ist die Milseburg-Hütte nur zu Fuß erreichbar. Die einfache "echte" Hütte verfügt weder über elektrisches Licht noch über eine Wasserversorgung. Das Trinkwasser muss per Kanister im Landrover hinaufgefahren werden. Dennoch gehört das schlichte Haus zu den beliebtesten Ausflugzielen der Rhön. Hier kehrten wir ein und verspeisten unseren Reiseproviant mit den entsprechenden Getränken von der Wirtin.

Nach der Stärkung ging unserer Weg vorbei an der Gangolfkapelle zum Gipfelkreuz. Zu wenigen Quadratmetern drängt sich die Spitze der Milseburg zusammen. Wir teilten uns auf dem Felsplateau unseren Rastplatz mit der barocken Kreuzigungsgruppe von 1756 und dem Aussichtsstein.

Überwältigt geht der Blick in die Ferne. Der Aufstieg hat sich gelohnt. Nach Süden führt der Blick vorbei an der Wasserkuppe bis tief in die bayerische Rhön hinein.

tl_files/medien/aktiv_im_club/Aprilwanderung 2003/Aprilwandern3.jpg


Nach unserem Abstieg vom Gipfel legten wir an der Schutzhütte noch eine kleine P.........pause ein. Fast fünf Stunden waren wir unterwegs als wir wieder den Parkplatz am Grabenhöfchen erreichten. 
Mit den Pkws fuhren wir dann zur nahe liegenden Enzianhütte. 

Nach einem urigen Essen passierten wir noch einmal Revue des zurückliegenden Tages und traten danach die Heimfahrt an.

Karl Heinz Menges