Nachlese zur Herbstwanderung 2003

Nicht das hier ein falscher Eindruck entsteht und man könnte meinen sich auf der Homepage eines Wandervereins zu befinden, aber auf besonderen Wunsch unserer Mitglieder, wurde anstelle der vorgesehenen Fahrradtour, eine herbstliche Wanderung im benachbarten Thüringen durchgeführt. Das mit dem Radfahren kam doch nicht so gut an, und so wurde kurzfristig neu geplant.

Treffpunkt war Sonntag der 5. Oktober um 10.00 Uhr am Parkplatz des Schwimmbades in Hünfeld, Von hier aus ging es in Fahrgemeinschaften zu unserem eigentlichen Ziel Förtha/Thüringen in der Nähe des Rennsteiges. Ausgangspunkt ist die Hohe Sonne, direkt an der B 19 gelegen. 

Unsere erste Etappe soll die "Drachenschlucht" sein. Dieses faszinierend geologische Ausflugsziel wurde 1832 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die für den Thüringer Wald einzigartige Klamm ist durch die lang andauernde nagende Kraft fließenden Wassers entstanden.

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Vor ca. 280 Millionen Jahren sammelte sich in der damals so genannten "Eisenacher Mulde" der Verwitterungsschutt eines hohen Gebirges, der sich durch tonige Bindemittel und den Druck darüberliegender Gesteinsschichten zum so genannten Rotliegeden - einem widerstandsfähigen Konglomeratfels - verfestigte.

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Bei der Entstehung des Thüringer Waldes vor ca. 70 Millionen Jahren wurden diese Gesteine angehoben, wobei Risse und Spalten entstanden. Frostsprengungen und fließendes Wasser schufen in Zehntausenden von Jahren mit Hilfe mitgeführter Gerölle diese Schlucht. Die Drachenschlucht ist seit 1977 als geologisches Naturdenkmal geschützt. Die ersten 500 m führen durch das langsam schmaler werdende Kerbtal, wobei uns links und rechts der Stein- oder Marienbach begleitet und von dem anschließenden Naturschauspiel nur wenig erahnen läßt. 

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Auf diesen ersten Metern ahnten wir noch nicht, welch großartige Szenerie uns erwartete. Bald jedoch verengte sich das etwa 1 km lange Kerbtal zuerst zur Schlucht, dann sogar zur Klamm, bis schließlich mehr als 10 m hohe, senkrechte Felswände bis auf 73 cm Abstand zusammenrücken. Auf einer Länge von 182 m gurgelt unter den Holzbohlen des Pfades der Stein- oder Marienbach. Er folgt den zahllosen Klüften im Gestein und ändert deshalb ständig seine Richtung. Eingerahmt ist diese "Werkstatt der Erosion" durch prächtigen Schluchtwald. Den 3 km langen Weg durch die Drachenschlucht kann man in beiden Richtungen begehen.

Nach etwa 9 km hatten wir, mit der entsprechenden ausgedehnten Rast an einem Waldgasthof, unseren Ausgangspunkt wieder erreicht und fuhren durch die Rhön zum "Point Alpha" an der Hessisch-Thüringischen Landesgrenze.

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Point Alpha bei Rasdorf war der von der U.S. Armee (11. ACR) eingerichtete Vorposten an der Stelle der Grenze, wo mit dem DDR-Gebiet der Bereich des „Warschauer Paktes“ am weitesten nach Westen reichte - in der Rhön - im legendären „Fulda-Gap“ (Fulda-Lücke). Auf diesem ehemaligen Beobachtungs-posten direkt am Grenzverlauf mit Turm und Unterkünften, ist eine ländergrenz- überschreitende Dokumentations- und Begegnungsstätte mit Museum entstanden, ein „Lernort der Geschichte“.

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Die Gedenkstätte umfasst eine Fläche von 30.000 qm auf hessischer und 40.000 qm auf thüringischer Seite. In den Gebäuden und auf dem Freigelände ist eine Dokumentation des U.S.Militärstützpunktes und des Grenzgeschehens mit vielen Exponaten zu besichtigen. 
Eine Stätte, die auch mit Sicherheit mit einem Besuch für solche Menschen interessant ist, die hinsichtlich ihres Wohnortes seinerzeit wenig Berührung mit dieser unmenschlichen Grenze hatten.

Karl Heinz Menges

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