Ein „Deutscher Meister“ im Motorboot-Slalom-Fahren aus dem Vogelsberg

25.11.2018 16:10 von Karl Heinz Menges

Lenn Möller übt ein außergewöhnliches Hobby aus und feierte schon viele Erfolge

Einem nicht alltäglichen Hobby widmet sich der 10-jährige Lenn Möller aus Angersbach: seit drei Jahren nimmt er am Training des Motorboot-Slaloms-Fahrens mit dem Schlauchboot teil und hat sich in jedem Jahr für die Hessischen Meisterschaften qualifiziert. In diesem Jahr stand er mit dem 3. Platz in der Einzelwertung erstmals auf dem Podest des ausrichtenden Vereins „Yachtclub Darmstadt“ und war damit startberechtigt bei den kürzlich stattgefundenen Deutschen Meisterschaften auf der Insel Rügen.



Da der Vogelsberg kein Gewässer für den motorisierten Wassersport hat, erfordert die Ausübung dieses Hobbys für Lenn und seine Eltern viel Zeit und Mühe, denn er muss immer bis nach Wiesbaden gefahren werden. Das Interesse des Schülers am Wassersport, der das Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums in Lauterbach besucht, wurde durch seinen Vater, Steffen Möller, geweckt, als dieser den Sportboot-Führerschein beim Sportbootclub Fulda (SBC) erwarb und dort Mitglied wurde.

Ein erstes „Schnuppern“ im Alter von 6 Jahren im Umgang dem Boot weckte die Begeisterung bei Lenn. Der Erwerb der erforderlich Fahrerlizenz, das Training, die Technik und Fertigkeiten beim Umgang mit dem Boot wurden und werden ihm durch den Club im Hafen von Wiesbaden-Schierstein vermittelt. Da Lenn derzeit der einzige Jugendliche im Sportbootclub Fulda ist, der sich dem Fahren mit dem Motor-Schlauchboot verschrieben hat, kann sich sein Trainer Sebastian Menges ganz auf ihn konzentrieren und fördern.

Der Club hält für seine jugendlichen Mitglieder ein eigenes Schlauchboot mit Motor vor. Kinder und Jugendliche fahren in verschiedenen Klassen auf einem Parcour, der verschiedene Bojentore aufweist. Der Schwerpunkt liegt in der Geschicklichkeit, das Boot berührungsfrei durch die engen Bojentore zu manövrieren und zum Schluss das Schlauchboot wieder sicher und ohne fremde Hilfe am Steg anzulegen. Natürlich fließt die Zeit in der Berechnung mit ein. Fehler beim Ab- und Anlegen sowie beim Befahren des Parcours werden mit Punkten belegt und mit der gefahrenen Zeit addiert. Weiterhin müssen noch verschiedene „Seemannsknoten“ fehlerfrei gefertigt werden.



Bei dem Boot handelt es sich um ein 3,10 m langes RIB Schlauchboot mit festem GfK-Rumpf, welches von einem 6 PS starkem Viertakt-Außenbordmotor angetrieben wird. Mit einem Platz im Mittelfeld bei der diesjährigen Einzelwertung der Deutschen Meisterschaft auf Rügen konnten Lenn, Eltern und Trainer zufrieden sein. Seine Teilnahme innerhalb der Mannschaftswertung des Hessischen Landesverbandes an den Deutschen Meisterschaften in Duisburg (2016), Berlin (2017) und nun auf der Insel Rügen brachte ihm dreimal in Folge den Titel „Deutscher Meister“ ein.

Im Sportjahr 2016 hatte er sich sogar durch einen 8. Platz bei der Deutschen Meisterschaft in Duisburg die Teilnahme zum Nationalkaderausscheid in Hanau-Steinheim erkämpft. Dort musste er sich leider den besten Fahrern Deutschlands geschlagen geben und verpasste die Teilnahme an den Weltmeisterschaften im Nationalteam. Ein zweites Hobby von Lenn ist das Fußballspielen in Angersbach, dem er alleine nachgehen kann. Ein großer Fan und Schlachtenbummlerin ist seine Schwester Liel (4), die auch bereits darauf wartet, Motor-Schlauchboot fahren zu dürfen.

Artikel vom "Lauterbacher Anzeiger" vom 6. Oktober 2018

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