Unsere Steganlage im Schiersteiner Hafen

Wir, der Sportbootclub Fulda e.V. (SBC) haben, 14 Jahre nach unserer Clubgründung, im November 2003 im Hafen von Wiesbaden Schierstein (Rhein Km 505,7 RU) eine gebrauchte Steganlage, mit Liegeplatzkapazitäten von 23 Plätzen für kleine und mittlere Sportboote gekauft.
Es war uns damals schon bewusst, dass wir keine neue, sondern eine alte Anlage erstanden haben die in absehbarer Zeit zu erneuern war. Die Schwimmer dieser Anlage waren teilweise noch genietet und nicht geschweißt und der Belag aus einfachen Baubohlen gefertigt.

Nach entsprechender Internetrecherche, Besuch der Bootsausstellung in Düsseldorf, Besichtigung von anderen Anlagen in der Nähe haben wir uns vorab für eine Anlage in Aluminiumbauweise entschieden Ausschlaggebend war unter anderem hier auch der Preis. Erste Angebote, in der Art der vorhandenen Anlage mit einfachen Boxentrenner, der Größe wie vorhanden, bewegten sich zwischen rund 28.000,- EUR in Aluminium und 76.000,- EUR (??) in der Ausführung verzinkter Stahl

Da wir es als relativ junger Verein, nach dem Kauf der Anlage im Jahre 2003, auch nicht mehr so „dick“ hatten und auch kein großzügiger Sponsor für die Erneuerung gefunden werden konnte, wurde in Richtung Aluminium tendiert. Das erste und auch günstigste Angebot kam übrigens von der Fa. Metallbau Müller GMBH Rechlin, so dass hier schon ein für uns adäquater Anbieter vorhanden war. Logischerweise wurden auch andere Anbieter von Steganlagen ins Boot genommen und weitere Angebote eingeholt. Im Vorfeld weiterer Planungen wurde das für uns zuständige Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) in Bingen und die untere Naturschutzbehörde beim Umweltamt der Stadt Wiesbaden kontaktiert und die uns offen stehenden Möglichkeiten ausgelotet und vor allem eine Voranfrage zum geplanten Neubau eingeholt.

Nach Rücksprachen mit dem WSA wurden die Bauplanungen dahingehend modifiziert, dass wir nun den Zugangssteg verbreiterten, den Landzugang verlängerten und statt der Boxentrenner jetzt für jeweils zwei Boote einen begehbaren Ausleger vorsahen Die Anlage in der Endplanung sollte Liegeplätze für 21 Sportboote von 5,0 bis ca. 8,0 m bieten, für je 2 Boote einen begehbaren Ausleger, einen Zugangssteg von 15 m Länge und 1,50 m Breite, daran anschließend eine Plattform von 12 m x 3 m mit einer Lastaufnahme von 2,5 kN/qm. Der Landzugang wurde wie bisher über Rollen/Räder in zwei beiderseits der Treppe verlaufenden U-Profilen geführt. Die Verankerung hat sich an der alten Anlage, mit 3 sternförmig angebrachten Grundgewichten von je ca. 1,5 t und der Landverankerung bewährt und wurde auch wieder genutzt. Zukünftig werden wohl auch hier die Verankerungen mit Grundgewichten gegen 2-3 einzurammende Dalben auszutauschen sein.

Auf Grundlage der oben dargestellten Planung wurden dann wieder erneut Angebote diverser Anbieter eingeholt. Bis zu diesem Punkt wurden alle Gespräche, Nachfragen Überlassung von Skizzen/Beschreibungen unsererseits ausschließlich per Telefon bzw. Fax und E-Mailverkehr durchgeführt. Im Herbst 2005 fuhr dann der Vorsitzende und der Schatzmeister des SBC Fulda e.V. an die Müritz und schauten sich dort verschieden Steganlagen an, die von der Fa. Metallbau Müller im Laufe der letzten 13 Jahre errichtet wurden. Zum Abschluß der 2-tägigen Rundreise wurde das erste persönliche Gespräch mit dem Geschäftsführer von Metallbau Müller GMBH, Herrn Dipl. Ing. Norbert Müller geführt. In diesem recht angenehmen Gespräch wurden auch die sogenannten „Feinheiten“ geklärt, wie u.a. Anbringung von Festmacher-Ösen (anstelle von klobigen Klampen), ein Flaggenmast, die Eingangstür, die Festpunkte für die Verankerungsketten, vorbereite Kanäle für Wasser- und Stromleitungen und, und, und.
Im Nachgang zu dieser Besprechung wurden nochmals die Pläne geringfügig korrigiert und erneut Angebote eingeholt. Auch nach dem letzten Angebot war die Fa. Metallbau Müller der günstigste Anbieter, so dass dann in Folge der Auftrag zum Bau einer Steganlage für den Sportbootclub Fulda e.V. vergeben werden konnte.

Die Steganlage wurde in einer Aluminiumkonstruktion mit Schwimmern im Dreikammersystem (druckgeprüft) und einer umlaufenden Eisschräge an allen Schwimmkörpern erstellt. Der Laufbelag auf dem Zugangssteg, der Plattform und allen Auslegern wurde nach unseren Wünschen in Holz aus heimischer Lärche ausgeführt. Hartholz aus tropischen Gehölzen wollten wir nicht und Kunststoffplatten fanden nicht unseren Gefallen. Die Ausleger sind ausgelegt auf eine Belastung von 1,0 kN/qm, der Zugangssteg auf 1,5 kN/qm und die Plattform auf 2,5 kN/qm. Diese Lastaufnahmen genügen auch den Anforderungen der zuständigen Behörde (WSA) für Sportvereine und eingewiesene Personen. Einzig der Landzugang wurde mit verzinkten Gitterrosten anstelle von Holz ausgeführt. Es stellt sich die Frage nach dem Warum?  Die Antwort hierzu ist relativ einfach. Die Erfahrung hat gezeigt, dass u.a. Ratten die sich bekanntlich auch am Wasser aufhalten, einen Gitterrost meiden und somit von der Anlage ferngehalten werden. Die  Gitterroste liegen aber nicht direkt auf dem Aluminiumrahmen, sondern sind wie auch die anderen Bauteile aus Edelstahl durch eine Isolierschicht vom Alu getrennt.

Abschließend ist festzustellen, dass die Steganlage ganz in unserem Sinne in einer qualitativ hochwertigen Ausführung und vor allem auch termingerecht erstellt wurde.

Der Sportbootclub Fulda würde wiederum die Fa. Metallbau Müller GMBH Rechlin als Geschäftspartner in Sachen Steganlagen wählen und kann die Leistungen dieses Fachbetriebes nur weiterempfehlen.

Ein doch schon größeres Problem stellt die Lieferung eines geeigneten Stromverteilerkastens  zur Versorgung der Steganlage mit elektrischer Energie dar. Auch hier musste das Internet her halten.  Einige namhafte Firmen stellen sich im Net dar, aber ein großes Problem stellte unser Wunsch nach einem Kasten aus Edelstahl mit möglichst kurzer Lieferzeit dar. Grundsätzlich unter 4 – 6 Wochen Lieferzeit keine Chance. Bei einem  nach ca. 12 Wochen ausgeliefertem Edelstahlkasten  musste die Abnahme verweigert werden. Er stellte sich mit einer Höhe von 160 cm, bei einer Breite von 78 cm, einer Tiefe von 36 cm und einem Gewicht von ca. 70 kg „etwas“ überdimensioniert dar. Der Verteilerschrank war für 8 Steckdosenausgänge mit jeweils 8 Leitungsschutzschaltern, FI Schutzschalter und Wechselstromzählern ausgelegt.

Lieferschwierigkeiten wurden durchweg  mit Problemen bei der Edelstahlbeschaffung begründet. Also erneutes Stöbern im Internet. Hier wurde ein Anbieter im hessischen Dillenburg, die Firma Kern Elektrotechnik OHG, kontaktiert und die Wünsche geäußert. Diesmal für 10 Klemmenabgänge (10 Steckdosen dezentral am Steg montiert) mit entsprechend 10 FI Schutzschaltern,10  Leitungsschutzschaltern und 10 elektronischen Wechselstromzählern ausgelegt. Nach tel. Auskunft alles kein Problem bei max. 14 Tagen Lieferzeit!!

Man war gespannt wie das funktioniert und sehr angenehm überrascht als nach 10 Tagen der Schrank, in den Ausmaßen 60 x 60 x 21 cm wie bestellt, angeliefert wurde.

Auch hier wird die Fa. Kern Elektrotechnik OHG in 35684  Dillenburg allen Clubs, Vereinen und Marinabetreibern hinsichtlich Stromverteilerkästen wärmstens empfohlen.

Die Fotos in der Bildergallerie sollen einen Einblick, auch in die Details der gebauten Anlage vermitteln, und somit auch für andere Vereine und Interessenten, die sich mit dem Bau von Bootssteganlagen befassen eine kleine Hilfe darstellen.

Link zur Fa. Metallbau Müller GMBH Rechlin

Link zur Fa. Kern Elektrotechnik

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